Stress

Sie sind auf der Suche nach verlässlichen Gesundheitsinformationen? Möchten Sie mehr über Gesundheits-Apps wissen, bevor Sie sie benutzen? Die Forschungsstelle Gesundheitswissenschaften der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erarbeitet im Auftrag der AXA Gesundheitsvorsorge wissenschaftlich abgestützte Gesundheitsinformationen und Tipps zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen. Sie wählt und bewertet Apps, die Sie bei diesen Gesundheitsthemen unterstützen können. Wie wir bei der Beurteilung vorgegangen sind, lesen Sie unter Methodik.

Info Tipps Apps

Modernes Stressverständnis, Auslöser und Verstärker

Stress ist ein allgegenwärtiges Problem, das die Gesundheit gefährdet. Wie entsteht Stress und wie kann er vermieden oder bewältigt werden?

Was ist eigentlich Stress? – Modernes Stressverständnis

Stress ist eine natürliche Reaktion auf psychische oder körperliche Belastungen. Evolutionsbiologisch ist Stress sogar lebensrettend: Die Ausschüttung sogenannter Stresshormone (wie Adrenalin und Kortisol) sorgt dafür, dass der Körper mit genügend Energie und Sauerstoff versorgt wird, so dass er Höchstleistungen erbringen kann. Diese Stressreaktion wird auch als «Kampf- und Flucht-Reaktion» bezeichnet. Auch wenn es bei den heutigen Stresssituationen nicht mehr um die Flucht vor einem Säbelzahntiger oder einem gegnerischen Stamm geht, bleibt das Prinzip das Gleiche.

Wiederkehrende akute oder lang andauernde Stresssituationen können negative gesundheitliche Folgen haben und zu Erschöpfung und Krankheit führen. Das hängt mit den verschiedenen biochemischen und neurologischen Mechanismen zusammen, die in Stressmomenten ablaufen. Langfristig sind diese Mechanismen zum Beispiel für das Herz-Kreislauf-System nicht gut. Aber auch die psychische Gesundheit kann unter anhaltendem Stress leiden.

In der Forschung werden Eustress und Disstress unterschieden. Eustress ist positiv wahrgenommener Stress, der letztendlich guttut. Er ist selbstgewählt, erfolgt in einem positiven Kontext oder endet mit Zufriedenheit. Beispiele wären aufreibende Vorbereitungen für ein grosses Fest, das am Ende viel Freude macht, oder der Stress vor einer wichtigen Präsentation, für die man schlussendlich Lob und Anerkennung von Kollegen und Chef erhält. Disstress hingegen bewertet das Individuum negativ, da er weniger oder keine «Belohnungsmomente» hat. Disstress ist stärker mit negativen gesundheitlichen Folgen wie beispielsweise Panik oder Burnout assoziiert [1] .

Was sind Stressauslöser und Stressverstärker?

In allen Lebensbereichen begegnen wir vielfältigen Anforderungen, die Stress auslösen können [2]. Einerseits gibt es externe Stressoren, wie hohe Leistungsanforderungen, zu viel Arbeit, soziale Konflikte, Zeitdruck, häufige Unterbrechungen oder eine Kombination dieser Belastungen. Bestimmt kennen Sie aus Ihrem beruflichen oder privaten Alltag Situationen, in denen solche Belastungen vorliegen und sie «stressen». Andererseits gibt es persönliche Stressverstärker. Hier sind Faktoren wie ausgeprägte Ungeduld, ein Hang zum Perfektionismus, ein stark ausgeprägtes Streben nach Kontrolle und eine Neigung zum Einzelkämpfertum oder auch zur Selbstüberforderung zu nennen. Das Zusammentreffen von externen Stressoren und persönlichen Verstärkern erhöht das Risiko, Disstress zu empfinden.

Bei der Vielzahl an auslösenden Situationen und möglichen Verstärkern lässt sich gelegentlicher Stress kaum vermeiden. Aus einer gesundheitlichen Perspektive ist akuter und kurz andauernder Stress i.d.R. nicht problematisch. Hingegen sollte die Häufung oder lange Dauer von Stress vermieden werden. Gezieltes Einsetzen und Stärken eigener Ressourcen hilft dabei, ein gesundes Gleichgewicht zu erreichen und zu bewahren.

 


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Stress-Tipps 

Stress vermeiden, bewältigen und Ressourcen stärken

Wie kann ich Stress vermeiden?

Die beste Strategie gegen Stress ist sicherlich, erst gar keinen Stress, bzw. Disstress, aufkommen zu lassen. Die nachfolgenden Tipps helfen Ihnen dabei: 

Lernen Sie sich besser kennen

Die Grundlage für erfolgreiches Vermeiden oder Bewältigen von Stress ist ein bewusstes Wahrnehmen stressiger Situationen und das Aufdecken der äusseren (z.B. Zeitdruck, wenig Handlungsspielraum) und inneren Ursachen (z.B. sehr hohe Erwartungen an sich selbst). 

  • Erkennen Sie Ihre persönlichen Anzeichen von Stress (z.B. Kopfschmerzen, schlechter Schlaf, Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden).
  • Reflektieren Sie Situationen, die Sie im Moment stark beschäftigen, und ziehen Sie eine Zwischenbilanz (z.B. mit Fragen wie: «Was waren meine Hoffnungen? Meine Erwartungen? Meine Annahmen?»).

 

Managen Sie die Anforderungen

Vorausschauendes Planen und aktives Einsetzen von Strategien helfen dabei, mögliche Stresssituationen frühzeitig zu erkennen, zu entschärfen oder ganz zu vermeiden.

  • Überprüfen Sie Ihre vorgegebenen und selbst gesetzten Ziele: Sind sie realisierbar? Wenn nicht, wie können Sie diese anpassen oder die Ressourcen stärken? (z.B. mehr Unterstützung bei einem Arbeitsprojekt oder sich mehr Zeit geben für die Vorbereitung einer grossen Urlaubsreise).
  • Legen Sie Prioritäten fest (z.B. was bringt Sie Ihren wichtigen mittelfristigen Zielen näher?).
  • Lernen Sie sich abzugrenzen (z.B. fühlen Sie sich nicht für alles verantwortlich oder üben Sie es «Nein» zu sagen).
  • Schätzen Sie den tatsächlichen Zeitbedarf realistisch ein (z.B. planen Sie Aufgaben und schauen Sie, wie lange Sie tatsächlich benötigt haben, passen Sie Ihre Planungen an, bleiben Sie geduldig).

 

Wie kann ich Stress bewältigen?

Nicht immer gelingt es, negativen Stress zu vermeiden. Nicht alles haben Sie selbst in der Hand. In dem Fall ist die effektive Bewältigung zentral, insbesondere, wenn der Stress andauert. Dazu gibt es konkrete instrumentelle, mentale und regenerative Strategien.  

Die generelle Befundlage zeigt, dass Stress-Management-Interventionen wirksam sind und das Potential bieten, Stress-bezogene psychische Gesundheitsprobleme im grossen Umfang zu reduzieren, sowohl in Bezug auf klassische [3], als auch digitale Stress-Management Interventionen [4].

Durchbrechen Sie akute Stresssituationen

Stress vereinnahmt unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen. Das aktive Unterbrechen dieses Stress-Tunnelblicks hilft, eine Pause von den Belastungen zu gewinnen und eine frische Perspektive zu entwickeln.

  • Gewinnen Sie Abstand zu negativen Gefühlen (z.B. atmen Sie dreimal tief durch, strecken und dehnen Sie sich, schliessen Sie Ihre Augen).
  • Lenken Sie Ihre Wahrnehmung auf Positives (z.B. schauen Sie aus dem Fenster ins Grüne, hören oder machen Sie Musik)
  • Seien Sie konstruktiv und mitfühlend zu sich (z.B. «Ich habe schon so viel gemeistert, ich tue jetzt mein Bestes, ich bin aber auch nur ein Mensch»).
  • Reagieren Sie sich ab (z.B. treiben Sie Sport oder entspannen Sie bei einem Spaziergang).

 

Trainieren Sie Ihre Stressbewältigungs-Fähigkeiten

Wenn Sie Ihre Fähigkeit verbessern möchten, Stress wirksam und ohne grossen Aufwand zu bewältigen, braucht es regelmässiges Arbeiten an den eigenen Denk- und Verhaltensmustern im Alltag.

  • Reduzieren Sie zusätzliche externe Stressoren und optimieren Sie Ihre Problemlösefertigkeiten. Klären Sie beispielsweise die Leistungsanforderungen – oder verringern Sie die Arbeitsmenge, indem Sie Zeitfresser oder vermeidbare Aufgaben reduzieren. Sollte dies nicht möglich sein, setzen Sie dem Zeitdruck Pufferzeiten und ungestörte Arbeitsfenster entgegen. 
  • Ebenfalls grosse Stressoren können Persönlichkeitsunterschiede sein. Lösen Sie soziale Konflikte rasch oder gehen Sie wenn nötig ein wenig auf Distanz.
  • Reduzieren Sie persönliche Stressverstärker, indem Sie reflektieren und an Ihrer Einstellung arbeiten. Wägen Sie dabei beispielsweise ab, ob das Ergebnis wirklich so schnell vorliegen muss oder ob die Ergebnisse perfekt sein müssen. Oft reichen auch 80 Prozent. Klären Sie, was wirklich von Ihnen erwartet wird. Sehen Sie zudem das Einbinden anderer und das Annehmen von Hilfe als Stärke und haben Sie Verständnis für sich, wenn etwas einmal nicht gelingt.
  • Erlernen Sie Entspannungsmethoden (z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga, Meditation) und praktizieren Sie diese Methoden regelmässig.

 

Was kann ich sonst noch tun?

Der Alltag bietet zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Gesundheit aktiv zu stärken. Mit guten Gewohnheiten wappnen Sie sich für stressige Situationen und kommen besser durch herausfordernde Zeiten.

Stärken Sie Ihre Ressourcen

Erfolgsversprechend sind besonders Verhaltensweisen, die Ihnen Freude bereiten und Ihnen schon gut gelungen sind.

  • Bauen Sie eine Tagesstruktur auf und halten Sie diese ein (z.B. beginnen Sie den Tag mit einem Morgenritual und schliessen ihn mit einem festen Abendritual ab).
  • Planen Sie gezielt Unterbrechungen und Pausen ein (z.B. überlegen Sie sich, wie Sie kommunizieren möchten, dass Ihre Bewegungspausen nicht verhandelbar sind).
  • Entspannen Sie passiv (z.B. nehmen Sie ein kurzes Sonnenbad, achten Sie auf genügend Schlaf), aber besonders auch aktiv (z.B. pflegen Sie ein Hobby oder regelmässige Bewegung).
  • Schaffen Sie positive Erlebnisse (z.B. geniessen Sie bewusst ein gutes Essen, Zeit mit Freunden oder besuchen Sie ein Konzert).
  • Aktivieren Sie Ihre sozialen Fertigkeiten und geben und nehmen Sie soziale Unterstützung an (z.B. tauschen Sie sich mit Ihren Kontakten aus, schreiben Sie kurze Nachrichten, machen Sie spontane Anrufe, veranstalten Sie Videochats, treffen Sie sich persönlich oder gehen Sie gemeinsam in den Urlaub).

 


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Ausgewählte Apps

An der Forschungsstelle Gesundheitswissenschaften wurden Apps beurteilt, die bei dem jeweiligen Gesundheitsthema hilfreich sein können. Die Bewertung von Apps richtet sich nach folgenden Kategorien.

 

Transparenz 

Eine transparente App gibt dem potentiellen Nutzer hinreichende Informationen zu Nutzung, Zielen, Kosten, Datenverwendung und ein adäquates Impressum, um eine individuelle und kollektive Nutzungsentscheidung zu treffen.
 

Zweckmässigkeit (inkl. Verhaltensänderung)

Eine zweckmässige App enthält Funktionen, die für den vorgesehenen Zweck angemessen sind. Die Beurteilung der Zweckmässigkeit dieser App beruht auf der Verwendung anerkannter Verhaltensänderungstechniken. 
 

 Risikoangemessenheit 

Eine risikoangemessene App kann angewendet werden, ohne den Anwender oder seine Umgebung einem unverhältnismässigen gesundheitlichen, sozialen oder wirtschaftlichen Risiko auszusetzen. Es werden Aspekte wie risikoarme Default-Einstellungen und Zugriffsberechtigungen, Informationen zu Verlässlichkeit von Diagnosen oder Empfehlungen überprüft.
 

Ethische Unbedenklichkeit 

Eine ethisch unbedenkliche App berücksichtigt in der Schweiz gültige ethische Prinzipien und die Standards guter wissenschaftlicher Praxis. Beurteilt wurden u.a. die Wahrung von Privatsphäre und Trennung von Werbung und Inhalten.
 

Inhaltliche Validität 

Eine App weist inhaltliche Validität auf, wenn die verwendeten gesundheitsbezogenen Inhalte vertrauenswürdig sind. Beurteilt wurde die Trennung von objektiven von subjektiven Inhalten und die Transparenz von Quellen der Inhalte.

 

Technische Angemessenheit 

Eine App ist technisch angemessen, wenn Entwicklung, Betrieb, Pflege und Nutzung dem Stand der Technik entspricht und eine nachhaltige Wartbarkeit und Kompatibilität ermöglicht. Die technische Angemessenheit wurde u.a. anhand von technischer Zuverlässigkeit, möglicher Betriebssysteme und Datentransfer-Optionen gemessen. Viele Aspekte der technischen Angemessenheit kann nur der Hersteller beurteilen und deklarieren.
 

Gebrauchstauglichkeit 

Eine App ist gebrauchstauglich, wenn die Software der Zielgruppe angemessen ist und der Zufriedenheit der Anwender beiträgt. Beurteilt wurden Funktionalität, Fehlermeldungen, Support-Optionen oder Offline-Nutzbarkeit. 
 

Gesundheitskompetenz 

Eine App wurde als «gesundheitskompetent» eingestuft, wenn die Sprache, Masseinheiten und Empfehlungen verständlich und nachvollziehbar sind. 
 

Ressourceneffizienz

Eine App ist ressourceneffizient, wenn bei der Entwicklung die ressourceneffiziente Nutzung berücksichtigt wurde, zum Beispiel hinsichtlich des Stromverbrauchs, der Speicherkapazität oder der Rechenleistung. Die Kategorie ist ohne längere Nutzung oder Hersteller-Informationen nicht beurteilbar.

 

Rechtskonformität

Eine App ist rechtskonform, wenn die Einhaltung der Rechtslage gewährleistet ist, das betrifft u.a. Medizinprodukterecht, Berufsrecht, Datenschutzrecht der jeweiligen Betreiberländer. Diese Kategorie ist nicht immer anwendbar oder beurteilbar und wird nur im Falle von Medizinalprodukte-Apps bewertet.

 

App Body2Brain

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*Nur Anteil erfüllter Kriterien abgebildet.

Sprache: Deutsch

Body2brain bietet Ihnen Anleitungen zu verschiedenen einfachen Körperübungen – z.B. zur aufrechten Haltung –, die sich positiv auf das körperliche und emotionale Wohlbefinden auswirken. Sie können die Übungen an Ihre momentane Stimmung, Umgebung und Aktivität anpassen.

Ausführliche App-Bewertung Body2Brain

Vorteile / Nachteile

Vorteile:
Body2brain schützt Ihre Privatsphäre in besonderem Masse, da die App keine Daten sammelt. Sie ist kostenlos und auch bei Benutzung der App fallen keine Zusatzkosten an.


Nachteile:
Body2brain leitet Sie beim Durchführen der Übungen an, bietet aber sonst keine Techniken, die Ihnen helfen, Ihr Verhalten dauerhaft zu ändern.

 

App MyLife Meditation

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*Nur Anteil erfüllter Kriterien abgebildet.

Sprache: Englisch


MyLife Meditation leitet Sie an zum regelmässigen Entspannen durch Meditations-, Atem- und Achtsamkeitsübungen. Die App bietet eine «Check-in»-Funktion an, die Ihnen nach vorgängiger Abfrage Ihres aktuellen körperlichen und emotionalen Zustands geeignete Aktivitäten vorschlägt (z.B. eine Atemübung bei Stress).

Ausführliche App-Bewertung MyLife Meditation

Vorteile / Nachteile

Vorteile:
In der App MyLife Meditation stehen Ihnen Meditationen in unterschiedlicher Länge und zu verschiedenen Themen auch ohne Premium-Abonnement zur Verfügung. Die App arbeitet mit 16 Verhaltensänderungstechniken. So belohnt Sie die App für die absolvierten Aktivitäten mit einem «Sticker».

 
Nachteile:
Bei einem schlechten körperlichen und emotionalen Zustand verweist die App Sie nicht auf ein professionelles Hilfsangebot. Der Hinweis, dass die App keinen Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung darstellt, ist nicht prominent genug platziert.

 

App Remente

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*Nur Anteil erfüllter Kriterien abgebildet.
**Kriterien nicht anwendbar

 

Sprache: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Schwedisch


Remente unterstützt Sie darin, sich Ziele zu setzen und konkrete Pläne zu fassen und erinnert Sie an Ihre Zielsetzungen. In Kursen können Sie sich Wissen zu verschiedenen Themen aneignen, z.B. «10 Wege, mit Arbeitsstress umzugehen». Ihre Gedanken, Stimmungen und Ihre Lebensbalance können Sie im Tagebuch festhalten – am Ende der Woche präsentiert Ihnen die App Ihre persönliche Wochenbilanz.

Ausführliche App-Bewertung Remente

Vorteile / Nachteile

Vorteile:
Remente bietet 19 Verhaltensänderungstechniken zur Stressvermeidung und Stressbewältigung, insbesondere im Bereich Ziele und Planung. Die App erfasst zudem Ihre Zufriedenheit mit acht Lebensbereichen und schlägt Ihnen passende vorgefertigte Zielpläne vor, um die generelle Lebenszufriedenheit und Lebensbalance zu verbessern. 


Nachteile:
Die App führt alle Aktivitäten im Tagebuch auf. Dieses User-Tracking lässt sich nicht ausschalten. Ihre Daten werden teilweise von Remente zum Kundenprofiling verwendet, um das Angebot zu verbessern.

 

App Wysa

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*Nur Anteil erfüllter Kriterien abgebildet.
 

Sprache: Englisch


Wysa hilft Ihnen, positiv zu denken, Ziele zu setzen, Wissen zu Themen rund um Stress zu erwerben und Atem-, Bewegungs- und Entspannungsübungen durchzuführen. Dazu sind Sie mit «Wysa», einem Pinguin, im Gespräch. Dieser Chatbot wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz entwickelt und darauf trainiert, empathisch zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen. Optional erinnert Wysa Sie an tägliche Übungen und präsentiert Ihnen in einem Journal alle absolvierten Übungen und Chats mit Wysa. 

Ausführliche App-Bewertung Wysa

Vorteile / Nachteile

Vorteile:
Die Interaktion und Führung durch den Pinguin ist attraktiv. Die App umfasst 20 Verhaltensänderungstechniken, die Sie unter anderem dabei unterstützen, Ihr Selbstvertrauen zu stärken und Ihre persönlichen Stärken zu aktivieren. Das Gespräch mit Wysa ist anonym und läuft über einen Nickname, dadurch ist der Datenschutz sichergestellt. Sie können die Daten auf dem Gerät mit einem Passwort schützen.


Nachteile:
Obwohl das Gespräch mit Wysa im Grossen und Ganzen gut funktioniert, versteht Wysa nicht immer alles. Sie können die App nicht offline benutzen und zum Löschen der gesamten Nutzerdaten müssen Sie, neben dem Deinstallieren, in den Einstellungen einen Reset auslösen. 

 


 
axa gesundheit




 

Der Inhalt zum Thema Stress wurde wissenschaftlich durch die ZHAW erarbeitet. Der Auftrag dazu und die Finanzierung erfolgte durch die AXA.


Methodik – Bewertung und Auswahl

Wie sind wir auf die App-Kriterien gekommen?

Für den Kriterienkatalog zur App-Beurteilung haben wir drei zentrale Ressourcen berücksichtigt. 

  • "Einheitlichen Kriterienkatalog zur Selbstdeklaration der Qualität von Gesundheits-Apps" 

Der Katalog der eHealth Suisse, der Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen in der Schweiz, formuliert neun Kategorien zur Qualitätsüberprüfung, von denen wir sieben für die Zuordnung unserer Bewertungskriterien verwenden. Nicht berücksichtigt wurde "Ressouceneffizienz", und "Rechtskonformität", da diese nur teilweise anwendbar sind oder überprüfbar. Die Kategorie «Gesundheitskompetenz» wurde durch die FGW neu geschaffen.

  • "APPKRI-Kriterien für Gesundheits-Apps", des Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Die App-Bewertungkriterien sind im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit in Deutschland entwickelt worden. Dieser Meta-Kriterienkatalog umfasst aktuell 290 Kriterien und bildet unsere Grundlage für die Beurteilungskriterien. Das ZHAW-Forschungsteam hat 56 Kriterien als zentral für die App-Bewertung eingeschätzt. 

  • "Taxonomie der Verhaltensänderungstechniken" nach Susan Michie und KollegInnen[5]

Ein Schwerpunkt unserer App-Bewertung sind Techniken zur Verhaltensänderung. Bei der Bewertung der Kategorie "Zweckmässigkeit" wurden die 93 Verhaltenstechniken der Taxonomie auf ihre Anwendung im App überprüft. Beispielsweise ist die Anzeige der Dauer von Entspannungsübungen durch eine App ein "Feedback zum Verhalten" und somit eine anerkannte Verhaltensänderungstechnik.
 

Wie haben wir die App-Kriterien beurteilt?
  • Die Kriterien werden mit ja (zutreffend) oder nein (nicht zutreffend) und nicht anwendbar beurteilt. Die Bewertungen der einzelnen Kriterien pro App stehen als PDF zur Verfügung.
  • Die Balkendiagramme entsprechen den prozentualen Anteilen der Kriterien pro Kategorie, die mit ja bzw. mit nein bewertet wurden. Bei der Berechnung werden nur anwendbare Kriterien einbezogen.
  • Die Sterne entsprechen der Gesamtsumme der mit ja beantworteten Kriterien über alle Kategorien hinweg, z.B. "4 Sterne bedeuten, dass 80% der bewerteten Kriterien mit ja beantwortet wurden."

 

 Wie sind wir auf die App-Auswahl gekommen? 

Mittels themenspezifischen Suchtermen haben wir über den Google Play Store 250 Apps identifiziert. Anhand von verschiedenen Merkmalen haben wir aus der Vielzahl der Apps eine Vorauswahl getroffen. Die Apps, die Sie auf der Seite vorfinden, entsprechen gleichzeitig der Vielfalt an Methoden und Herangehensweisen an das Gesundheitsthema.  

Ausgewählte Apps mussten.. 

  • sowohl für das iOS als auch das Android Betriebssystem angeboten werden, 
  • ein vollständiges Impressum aufweisen,
  • nur Zugriff auf persönliche Daten fordern, die für den Anwendungszweck notwendig sind,
  • keine weitere Hardware benötigen.
  • Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre bieten,
  • ohne dauerhafte Internetverbindung nutzbar sein,
  • Funktion und Preis von In-App-Käufen aufführen,
  • Umfang und Dauer der Nutzungsrechte nennen,
  • angegeben für welche Einsatzszenarien die App nicht geeignet ist,
  • die Nutzung nicht erheblich durch eingeblendete Werbung behindern,
  • fehlerfrei und zuverlässig funktionieren,
  • keine Anreize bieten, persönliche oder fremde Daten weiterzugeben,
  • keine unsachgemässe Verwendung als riskant melden,
  • das durch die App Nutzung erreichbare Ziel im App-Store klar definieren,
  • und in einer für die Zielgruppe verständlichen Sprache verfasst sein.

 


Referenzen
  1. Habermann-Horstmeier, L. (2017). Risikofaktor "Stress". Kompakte Einführung und Prüfungsvorbereitung für alle interdisziplinären Studienfächer. Band 3 von Kompaktreihe Gesundheitswissenschaften. Bern: Hogrefe.
  2. Kaluza, G. (2011). Stressbewältigung. Berlin: Springer.
  3. Richardson, K. M., & Rothstein, H. R. (2008). Effects of occupational stress management intervention programs: A meta-analysis. Journal of Occupational Health Psychology, 13(1), 69–93. https://doi.org/10.1037/1076-8998.13.1.69
  4. Heber, E., Ebert, D. D., Lehr, D., Cuijpers, P., Berking, M., Nobis, S., & Riper, H. (2017). The benefit of web- and computer-based interventions for stress: A systematic review and meta-analysis. Journal of Medical Internet Research, 19(2), e32. https://doi.org/10.2196/jmir.5774
  5. Michie, Susan, Michelle Richardson, Marie Johnston, Charles Abraham, Jill Francis, Wendy Hardeman, Martin P. Eccles, James Cane, und Caroline E. Wood. „The Behavior Change Technique Taxonomy (v1) of 93 Hierarchically Clustered Techniques: Building an International Consensus for the Reporting of Behavior Change Interventions“. Annals of Behavioral Medicine 46, Nr. 1 (August 2013): 81–95. https://doi.org/10.1007/s12160-013-9486-6